Reeh: "Bin stolz auf jeden Einzelnen"

Autor: Anonymous User
Letzte Änderung: 22.11.2010

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Er hat Spaß gehabt, gelitten wie ein Hund – und am Ende hat die Freude triumphiert: Andreas Reeh, Coach der Bundesliga-Judoka der SU Annen, hat das Finalwochenende in Abensberg genossen, auch wenn er den Heimweg nur mit einer Bronzemedaille im Gepäck antreten konnte. Ein Interview.

Herr Reeh, auch wenn es ein bisschen abgedroschen klingt: Wie geht‘s Ihnen?
Den Umständen entsprechend, danke. (lacht) Ich denke, ich habe das Wochenende in Abensberg gut überstanden – auch wenn die Stimme ein bisschen gelitten hat.

Welche Erkenntnis bleibt nach dem Trip nach Bayern?
Wir haben ein tolles Team, ein tolles Publikum – das passt ganz gut zusammen. Die, die dabei waren, sind auf ihre Kosten gekommen und haben großen Sport gesehen – auch von uns.

Ist die Moral Ihrer Truppe unschlagbar?
Ob sie unschlagbar ist, weiß ich nicht. Aber sie ist auf jeden Fall intakt. Dass sich die Jungs nach dem 0:5-Rückstand gegen Leipzig nochmal voll reingeschmissen haben, lässt tief blicken.

Sie sind stolz auf ihr Team.
Auf jeden Fall. Auf jeden Einzelnen, der mitgeholfen hat, diese Saison zudem zu machen, was sie geworden ist: etwas ganz Besonderes.

Aufgrund der vielen Ausfälle war im Halbfinale Endstation. Denken Sie mit ein bisschen Abstand darüber nach, was hätte sein können?
Nein, nein. Lieber nicht. Ich denke nur über das Schöne nach. Und das ist der Erfolg, den wir hatten. Trotz allem. Die positiven Momente überwiegen im Vergleich zum Konjunktiv-Denken.

Nach dem 0:5-Rückstand gegen Leipzig haben Sie taktiert – der Schuss hätte auch nach hinten losgehen können.
Hätte er, ja. Ist er aber nicht. Ich hatte im Gefühl, dass uns Marvin de la Croes, Johannes Karsch und Hendrik Schoemann zurück in den Kampf bringen können. Ich muss gestehen, dass ich mir ein Grinsen in dieser Phase nicht verkneifen konnte.

Die Saison ist vorbei, die Vorbereitung beginnt – oder gibt’s jetzt erstmal eine judofreie Zeit?
Es laufen Gespräche mit potenziellen Verstärkungen, eine mündliche Zusage für die 73 kg-Klasse haben wir schon. André Breitbarth hat mit den Worten „Wo soll ich denn sonst kämpfen?“ zugesagt. Den Kader, den wir in dieser Kampfzeit hatten, werden wir wohl halten können.

Bis auf Jonas Focke, der hat seine Laufbahn beendet.
Stimmt, ja. Ich hatte gehofft, er würde uns zumindest noch als Standby-Kämpfer zur Verfügung stehen. Ich war überrascht, als er mir seine Entscheidung mitgeteilt hat. Schade, dass er aufhört.

Zurück zu den Pausen?
Pausen gibt es immer Mal zwischendurch. Wir lassen es höchstens noch in dieser Woche ein wenig ruhiger angehen, die nächsten Wettkämpfe stehen vor der Tür – und auf mich wartet ein Trainingslager in Paris.

Wie bringen Sie die Jungs wieder auf Kurs?
Das machen die schon selber, als Trainer muss ich nicht dazwischenfunken. Die Jungs haben ihre Pläne und mischen sich gegenseitig auf.