Was ist Judo?

Autor: Oliver Laug
Letzte Änderung: 06.12.2010

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aus der Judogeschichte...

 

Höflichkeit bedeutet Respekt vor anderen 
Mut bedeutet, das zu tun was fair ist
Ehrlichkeit bedeutet, das zu sagen was man denkt ohne seine Gedanken zu verbergen
Ehre bedeutet, ein Versprechen zu halten
Bescheidenheit bedeutet, von sich selbst ohne Stolz zu sprechen
Respekt ohne Respekt gibt es kein Vertrauen 
Selbstbeherrschung bedeutet, schweigen zu können, wenn Wut in dir aufsteigt
Freundschaft, das reinste Gefühl des menschlichen Wesens 

Judo wurde um 1880 von dem japanischen Pädagogen Jigoro Kano aus dem Jiu-Jitsu entwickelt. Er hatte seine „Erfindung" bereits im Alter von 20 Jahren abgeschlossen. Das erste Kodokan (Judo-Institut in Tokio) gründete er 1882 in Shitaya. Kano wurde ein bekannter Judolehrer. Seiner Philosophie nach sollte Judo gleichzeitig ein geistiges und körperliches Training sein, das Geist und Körper in einen Zustand der Harmonie und Ausgeglichenheit versetzt (ein Grundkonzept der meisten Kampfsportarten). Kano führte das Prinzip des Tskuri-komi (siehe oben) ein. Gegen Ende der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts hatte sich Judo in Japan durchgesetzt und fand dort sehr viele Anhänger. Das japanische Ministerium für Erziehung führte Judo als offizielle Sportart ein, und die Polizei nahm es in ihr Ausbildungsprogramm auf. Die Pariser Polizei führte Judo 1905 ein. 1885 besuchte Kano England. Wie später auch seine Schüler widmete er einen großen Teil seines Lebens der Förderung des Judosportes. Der erste Verein in Europa (Budokwai) wurde 1918 von Gunji Koizumi (1885-1965) in London gegründet. Koizumi leistete einen erheblichen Beitrag zur Verbreitung des Judo in England und in ganz Europa. Er unterrichtete selbst noch im Alter von 80 Jahren am Tag vor seinem Tod. Der erste internationale Wettkampf fand 1926 zwischen dem Budokwai und der deutschen Nationalmannschaft statt. Dies hatte eine beträchtliche Wirkung, und in den Jahren zwischen den Weltkriegen setzte sich Judo in Europa durch. Der Dachverband des deutschen Judosportes ist der „Deutsche Judo-Bund" (DJB; gegründet 1956, Sitz in Frankfurt am Main). 1948 wurde die „Europäische Judo-Union" mit Sitz in Ostermundingen (Schweiz) ins Leben gerufen. Die internationale Dachorganisation ist die „International Judo Federation" (IJF; gegründet 1954 in Zürich, Sitz in Tokyo). 1951 fanden die ersten Europameisterschaften, 1956 die ersten Weltmeisterschaften statt.
1930 fanden in Japan die ersten nationalen Meisterschaften statt. Gegen Anfang des 2. Weltkrieges war Judo zum japanischen Nationalsport geworden. 1949 wurde der japanische Judoverband gegründet. In Tokyo fanden 1956 die ersten Weltmeisterschaften statt, die seit 1965 alle zwei Jahre abgehalten werden. Die ersten Weltmeisterschaften für Damen fanden 1980 statt, darin zeigte sich das deutlich gewachsene Interesse der Frauen an dieser Sportart. Bei den Olympischen Spielen in Tokyo 1964 wurden erstmals auch Judowettbewerbe ausgetragen, ursprünglich in drei Gewichtsklassen. Ab 1972 wurde Judo dauerhaft in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen. Demonstrationswettbewerbe im Damenjudo wurden 1988 in Seoul durchgeführt, und seit 1992 werden auch im Damenjudo Medaillen vergeben. Bei den Herren gibt es folgende Gewichtsklassen: Superleichtgewicht (bis 60 Kilogramm), Halbleichtgewicht (bis 65 Kilogramm), Leichtgewicht (bis 71 Kilogramm), Halbmittelgewicht (bis 78 Kilogramm), Mittelgewicht (bis 86 Kilogramm), Halbschwergewicht (bis 95 Kilogramm) und Schwergewicht (über 95 Kilogramm). (Die so genannte Allkategorie wird nur bei Europa- und Weltmeisterschaften ausgetragen. Von 1964 bis 1984 war diese Gewichtsklasse auch olympisch.) Bei den Frauen gibt es die folgenden Gewichtsklassen: Superleichtgewicht (bis 48 Kilogramm), Halbleichtgewicht (bis 52 Kilogramm), Leichtgewicht (bis 56 Kilogramm), Halbmittelgewicht (bis 61 Kilogramm), Mittelgewicht (bis 66 Kilogramm), Halbschwergewicht (bis 72 Kilogramm) und Schwergewicht (über 72 Kilogramm). Bei olympischen Spielen und Weltmeisterschaften dominierten früher eindeutig die Japaner. Mittlerweile konnten aber auch Sportler aus westlichen Ländern und aus der ehemaligen UdSSR Erfolge bei großen Wettkämpfen verzeichnen. Bei den Frauen hatten japanische Judoka bei den Olympischen Spielen und bei Weltmeisterschaften nur geringen Erfolg.

Die Judoka werden nach ihrem Kenntnisstand und ihrer Erfahrung in die Grade Kyu (Schüler) und Dan (Meister) eingeteilt. Der höchstmögliche Grad ist der 12. Dan, der nur Jigoro Kano, dem einzigen Shihan (Doktor), verliehen wurde. Daneben wurde der rote Gurt für den 10. Dan bisher an 13 Männer vergeben. Die Farbe des Gurtes ist vom ersten bis zum fünften Dan schwarz, vom sechsten bis zum achten Dan rot-weiß, vom neunten bis elften Dan rot, und der Gurt des zwölften Dan ist weiß. Die Gürtelfarbe der Kyu-Grade sind in absteigender Reihenfolge: erster Kyu braun, zweiter Kyu blau, dritter Kyu grün, vierter Kyu orange, fünfter Kyu gelb und sechster Kyu weiß. Bis auf den sechsten Kyu werden in der Regel alle Grade durch Prüfungen erworben, in Ausnahmefällen auch durch Kampferfolge.

JUDO Lexikon

Ashi Fuß, Bein
Ashi - Garame Mit Hilfe des Bein hebeln
Ashi - Guruma Knierad
Ashi - Ushi - Mata Innerer Schenkelwurf
Ashi - Jime Würgetechnik mit Zuhilfenahme des Beines
Ashi - Waza Bein- bzw. Fußwurf
Atame Kopf
Atemi - Waza Schlag- und Stoßtechnik
Awasete - Ippon durch zwei Waza-Ari zusammengesetzter Ippon
Ayumi Schritte, laufen
Basami Schere
Bu Krieger
Budo Komplex der Kampfkünste
Bushido Ehrenkodex der Samurai
Chikara Kraft
Chui Bestrafung
Chusen auslosen
Daoshi umstoßen, umwerfen
De Herauskommen, vorkommen
De - Ashi - Barai Fußfegen
Do der Weg
Dojo Sporthalle
Dori nehmen, ergreifen
Eri Kragen
Eri - Seoi - Nage Kragenschulterwurf
Fumi treten
Fumi - Komi eintreten
Fusegi Verteidigung, Abwehr
Fusegi - Waza Abwehrgriffe
Fusen - Sho kampflos Kämpfer

Gaeshi Gegenangriff
Gaeshi - Waza Gegenwürfe
Gake einhängen
Garami beugen, verdrehen
Gari sicheln
Gatame unbeweglich machen, Fixieren
Gatame - Waza Grifftechnik
Geiko Training
Gokyu die 40 Grundwürfe des Kodokan
Goshi Hüfte
Guruma Rad
Gyaku umgekehrt
Gyaku - Okuri - Eri - Jime umgekehrtes Kragenwürgen
Hadaka - Jime freies Würgen
Hajime Beginnt, Kampfbeginn
Hane Feder, federn, emporschnellen
Hane - Goshi Hüftspringwurf
Hane - Maki - Komi Springdrehwurf
Hansoku - Make Höchste Strafe, Disqualifikation des Kämpfers
Hantai Entscheidung
Hara Körpermitte
Hara - Gatame Bauchhebel
Harai fegen
Harai - Goshi Hüftfegen
Harai - Thuri - Komi - Ashi Schwebehebezug - Fußstopwurf
Hasami zwischenklemmen
Hazamaki sich auf den Knien bewegen
Hidari Links
Hiji Ellenbogen
Hikiwake unentschieden
Hikkomi in die Bodenlage ziehen
Hikkomi - Gaeshi Sich unter den Partner werfen und ihn zur Bodenlage rollen
Hishigi Hebel
Hiza Knie
Hiza - Gatame Kniehebel
Hiza - Guruma Knierad
Hon Grundform
Hon - Kesa - Gatame Schärpen - Haltegriff
Idori sitzend
Ippon Wertung im Judokampf
Ippon - Seoi - Nage Schulterwurf
Jigotai Verteidigungshaltung
Jikan Kampfzeit
Jime würgen
Ju sanft, nachgeben
Judo sanfte Weg
Judogi Judoanzug
Judoka Judikämpfer
Juji über Kreuz
Juji - Gatame Kreuzhebel
Juji - Jime Kreuzwürgen
Jutsu Kunst, Meisterschaft
Kaeshi Gegenwurf
Kagato Hacken, Ferse
Kami oberhalb
Kami - Shiho - Gatame Haltegriff, Kopfvierer
Kannuki quer, verriegeln
Kannuki - Gatame Riegelstreckhebel
Kansetsu Gelenk
Kani - Basami Beinschere
Kata Schulter, rituelle Übungsform
Kata - Ashi - Dori Handsichel
Kata - Guruma Schulterrad
Kata - Ha - Jime Eine Schulter von Uke festlegen und würgen
Kata - Te - Jime mit einer Hand würgen
Katame unbeweglich machen, Fixieren
Keiko Training
Keikoku Bestrafung
Kesa Schärpe
Kiai Schrei
Kinsa Kleinstmögliche Strafe
Ko klein
Ko - Soto - Gake kleiner Außenzug
Ko - Soto - Gari kleine Außensichel
Ko - Ushi - Barai kleines inneres Fegen
Ko - Ushi - Gari kleine Innensichel
Ko Ushi - Makikomi kleines Inneres Mitfallen
Kodokan Judoschule von Jigoro Kano
Koka Wertung im Judokampf
Komi innen
Koshi Hüfte
Koshi - Guruma Hüftrad
Koshi - Ushi - Mata Innerer Schenkelwurf
Koshi - Waza Hüfttechniken
Kubi Hals
Kumi nehmen
Kumi - Kata Form des greifens
Kyo Abschnitt
Kyu Schülergrad
Ma - Sutemi - Waza Selbstfalltechnik auf den Rücken
Maki rollen, drehen^
Maki - Komi in den Partner hineingehen
Mata Schenkel
Matte Stop, unterbrechen, pause
Migi Rechts
Mokuso Kommando sich zu konzentrieren
Morote mit beiden Händen
Morote - Seoi - Nage Schulterwurf
Mune Brust, Oberkörper
Nage - Komi Wurfübung
Nage - Waza Wurftechniken
Ne Bodenlage
Ne - Waza Bodenarbeit, Bodenlage
O - Goshi Großer Hüftwurf
O - Goshi - Gaeshi Gegenwurf
O - Guruma großes Rad
O - Soto - Gaeshi Außensichelgegenwurf
O - Soto - Gari Große Außensichel
O - Soto - Guruma großes Außenrad
O - Soto - Otoshi äußeres Beinstellen
O - Ushi - Barai großes äußeres Fegen
O - Ushi - Gari große Innensichel
Obi Gürtel
Okuri beide, zwei
Okuri - Ashi - Barai Fußnachfegen
Okuri - Eri - Jime Kragenwürgen
Osae - Komi Haltegriff
Otem umkippen
Oten - Gatame Rollbankhebel
Otoshi stürzen, niederfallen
Randori Übungskampf
Rei Kommando zum Gruß, grüßen
Renraku - Waza Kombination
Ryo beide
Ryo - Te zwei Hände
Ryo - Ashi - Dori Beinhandsichel
Ryo - Te - Jime Parallel Würgen, zwei Hand Würgen
Ryu Stil, Richtung
Sankaku Dreieck
Sankaku - Gatame Dreieck von der Kopfseite
Sasae stoppen, halten
Sasae - Thuri - Komi - Ashi Fußstopwurf
Sasaeru stützen, halten
Se Rücken
Sensei Lehrer, Meister
Seoi auf den Rücken nehmen
Seoi - Nage Schulterwurf
Shiai Wettkampf nach festgelegten Regeln
Seoi - Otoshi Schulter Seitenwurf
Shiaijo Wettkampffläche
Shido Bestrafung
Shiho vier Seiten
Shiho - Gatame Gruppe von Haltegriffen
Shime würgen, zusammenpressen
Shime - Waza Würgegriffe
Shintai Körperbewegung
Shisei Körperhaltung
Shizentai natürliche Grundstellung
Shobu Kampf
Sode Ärmel
Sogo - Gachi durch zwei Strafen des Gegners zusammengesetzter Ippon
Sono - Mama Nicht bewegen
Sore - Made Kampfende
Soto außen
Soto - Maki - Komi Hüftfegen
Sukui Schaufel
Sukui - Nage Schaufelwurf
Sumi Ecke
Sumi - Gaeshi Eckenkippe
Sumi - Otoshi Eckenwurf
Sumo japanischer Ringkampf
Sutemi sich in Gefahr bringen
Sutemi - Waza Selbstfalltechnik, Opferwürfe
Tai Körper
Tai - Otoshi Körperwurf
Tani Tal
Tani - Otoshi Talfallzug
Tatami Judomatte
Tate aufrecht
Tate - Shiho - Gatame Reitvierer
Te Hand
Te - Guruma Handrad
Te - Waza Handwürfe
Tekubi Handgelenk
Toketa Haltegriff gelöst
Tokui besonders gut
Tokui - Waza Spezialtechnik des Kämpfers
Tomoe wirbeln
Tomoe - Nage Kopfwurf
Tori Angreifer
Tsuri - Goshi Hüftzug
Tsuri - Komi - Goshi Hebezughüftwurf
Tsugi - Ashi Nachstellschritt
Tsuki Schlag
Tsukuri Wurfansatz
Tsuri auffangen
Tsuri - Ashi schluffendes gehen
Tsuri - Komi heranziehen
Uchi - Komi Wurfeindrehübung
Uchi - Mata innerer Schenkelwurf
Uchi - Mata - Makikomi eingerollter innerer Schenkelwurf
Ude Unterarm
Ude - Garami Armbeugehebel
Ude - Gatame Armhebel
Uke Verteidiger
Ukemi Fallübung
Uki Schweben
Uki - Gatame Schwebe - Haltegriff
Uki - Goshi Hüftschwung
Uki - Otoshi Handwurf
Uki - Waza Seit - Körperwurf
Ura entgegengesetzt
Ura - Nage Rückwurf
Ushiro nach Hinten
Ushiro - Goshi Hüftgegenwurf
Utsuri wechseln
Utsuri - Goshi Wechsel Hüftwurf
Waki Körperseite
Waki - Gatame mit der Körperseite Hebeln
Waza - Ari Wertung im Judokampf
Yama Berg
Yoko Seite
Yoko - Gake Seitzug
Yoko - Guruma Seitrad
Yoko - Otoshi Seitsturz
Yoko - Shiho - Gatame Haltegriff, Seitvierer
Yoko - Sumi - Gaeshi Seitliche Eckenkippe
Yoko - Tomoe - Nage Seitlicher Kopfwurf
Yoko - Wakare Seitriß
Yoshi Weiterführen des Kampfes ( nach Sono - Mama )
Yuko Wertung im Judokampf
Zazen Sitzhaltung
Zen buddhistische Glaubensrichtung