Für eine DM-Medaille muss alles passen

Autor: Administrator User
Letzte Änderung: 18.01.2013

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Einen Titel zu gewinnen bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften der Judoka an diesem Wochenende (19./20. Januar) in Riesa, das wäre ein immenser Image-Gewinn für die Sport-Union Annen.

Einen Titel zu gewinnen bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften der Judoka an diesem Wochenende (19./20. Januar) in Riesa, das wäre ein immenser Image-Gewinn für die Sport-Union Annen. Da es schon für die Bundesliga-Mannschaften vom Kälberweg in der letzten Saison nicht zu Edelmetall gelangt hat, könnten die „Einzel-Kämpfer“ das ja nun nachholen. Allerdings: Das ursprünglich umfangreiche Aufgebot der SUA-Strategen ist erheblich geschrumpft.

Zuletzt musste Alexandra Zwirner, in der Klasse bis 57 Kilogramm vorab sicherlich eine der aussichtsreichsten Kandidatinnen, absagen. Probleme mit der Ferse verhinderten ihren Start. Ebenso abwinken musste Nicki Graczyk (-60 kg), der sich am letzten Montag noch einer leichten Knie-Operation unterziehen musste. Auch Henrik Lauer (-73 kg; Bandscheiben-Vorfall) und Leonhard Müller (-100 kg; Prüfungsstress) sagten ihren DM-Start im sächsischen Riesa ab.

Insofern müssen es nun andere richten in der „Erdgas-Arena“. Für die Sport-Union Annen sind Stefan Oldenburg (-81 kg), Fatma van Winssen (-57 kg) und Hannah Schorlemmer (-63 kg) im Einsatz. Aus dem SUA-Bundesliga-Kader sind zudem Rahel Krause (-78 kg) und Schwergewichtler André Breitbarth (+100 kg) in Sachsen dabei.

Beste Aussichten aus SUA-Sicht werden Stefan Oldenburg eingeräumt, der bei den Deutschen Pokalmeisterschaften in Braunschweig im Herbst Zweiter wurde. „Ich bin auf jeden Fall gut vorbereitet“, sagt der 24-Jährige. Die Grundlagen legte er unter anderem beim Trainingslager mit dem DJB im österreichischen Mittersil. „Da gab’s Randori ohne Ende“, so Oldenburg. Von Erholung in der Ski-Region also keine Spur. „Wichtig ist bei einer solchen Meisterschaft, dass die Tagesform stimmt und man ein vernünftiges Los erwischt“, fährt er fort. Für ihn steht fest: „Ich fahre da sicher nicht nur hin, um mir die anderen Kämpfe anzuschauen.“ Die Konkurrenz - u. a. mit Sven Maresch, Pokalmeisterschafts-Gewinner Max Münsterberg oder Fabian Sedlmeier ist jedenfalls nicht von Pappe - da muss Oldenburg schon einen guten Tag erwischen.

Ebenfalls erst am Sonntag (ab 10 Uhr) geht es für die beiden SUA-Amazonen Fatma van Winssen und Hannah Schorlemmer rund. „Ich bin ja erst kurz vor Toreschluss über die Rangliste in das Starterfeld gerutscht“, teilt Schorlemmer mit. Nach einer Schultereckgelenks-Sprengung Ende 2012 stieg sie erst vor zwei Wochen wieder ins Training ein - eine Zielvorgabe stellt sie sich daher nicht. „Wenn ich schon qualifiziert bin, dann fahre ich da auch hin. Große Hoffnungen mache ich mir bei dieser Konkurrenz aber nicht.“ Zudem kommen die Regeländerungen (u. a. darf nun gar kein Griff mehr zum Bein des Gegners erfolgen) der Wittenerin nicht gerade gelegen. „Für mich ist das wirklich nicht so gut - vor allem gegen kräftige Gegnerinnen wird es jetzt schwer, da man auch nicht mehr mit beiden Händen den Griff des Gegenübers lösen darf.“

Bei der DM in Riesa sowie bei ein paar anderen großen Turnieren greifen die Regel-Neuerungen. Auch gibt’s nun für den „Golden Score“ bei Punktgleichheit kein Zeitlimit mehr. Zuvor wurden maximal drei Minuten draufgepackt. Ebenso neu: Für zwei Bestrafungen des Gegners erhalten die Judoka nun keine Yuko-Wertung mehr.

Oliver Schinkewitz