Olympisiegerin Bönisch ohne Team

Autor: Anonymous User
Letzte Änderung: 07.12.2010

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Kaum ist die Saison 2010 zu Ende, steht schon der Kampfplan für die nächste Judo-Saison fest. SU Annens Bundesliga-Teams erwischten dabei einen schweren Auftakt. Die Erstliga-Frauen haben mit dem 1. JC Mönchengladbach zum Auftakt – zur (Heim-)Premiere – den stärksten NRW-Gegner zu Gast im heimischen Dojo am Kälberweg. Gekämpft wird am 14. Mai.

Foto: Der Club von Yvonne Bönisch hat sich aus der Bundesliga zurückgezogen. (Foto: Bock)

Die weiblichen Judoka um Trainer Karlheinz Stump bleiben anschließend im Lande. Am zweiten Kampftag geht es am 26. Juni zum Aufsteiger JC 66 Bottrop, wo man ferner auf den dritten NRW-Rivalen TSV 04 Bayer Leverkusen trifft. Beide Derbys sollten die Wittenerinnen gewinnen.

Siege möglich - wenn alles passt

Schwerer wird es dann am 2. Juli in Aachen-Korneliemünster beim Brander TV, von dem man sich in diesem Jahr daheim 3:3 trennte. Zudem wartet mit dem Hamburger JT im Drei-Länder-Eck ein weiteres Team, dass die Stump-Staffel durchaus besiegen kann – wenn halt alles passt.

Letzteres muss vor allem aber am 10. September zum Abschluss der Gruppenphase der Fall sein. Dann muss die SUA zum starken FT Neumünster, wo man auch auf die PSG Brandenburg trifft, die in diesem Jahr in der Finalrunde enttäuschte und punktlos blieb.

2009 war die PSG noch Meister vor dem Lokalrivalen UJKC Potsdam geworden. Potsdam – um die erste und bislang einzige deutsche Olympiasiegerin Yvonne Bönisch – zog sein Damen-Team indes überraschend aus der 1. Liga zurück. Aus Kostengründen.

Der Nachwuchs in Potsdam ist noch nicht so weit

Da der eigene Nachwuchs nicht über Erstliga-Qualität verfügt, deutsche Top-Judoka zuletzt an vielen Kampftagen wegen internationaler DJB-Abstellungen fehlten, musste Trainerin Bönisch verstärkt auf Ausländerinnen zurückgreifen. Und selbst das half beim FT Neumünster nicht.

Potsdam trat im Mai in Schleswig-Holstein nicht an, weil zu viele deutsche Kader-Athletinnen fehlten und man keine wettkampffähige Staffel zusammen bekam. Trotzdem ist der Rückzug laut Stump „eine Überraschung“.

Da dem UJKC die Gast-Kämpferinnen auf Dauer, vor allem im wichtigen Qualifikations-Jahr vor Olympia 2012 in London, zu teuer sind, zog man sich nach zwölf Jahren aus der 1. Bundesliga zurück. Seit 2002 war man stets unter den besten sechs Klubs, erreichte sechsmal den Endkampf und gewann dreimal die Meisterschaft. 2005 holte Potsdam zudem den Vize-Titel auf europäischer Ebene.

"Ein Verlust für die Liga"

„Potsams Rückzug ist ein Verlust für die Liga“, sagt SUA-Coach Karlheinz Stump. Abzuwarten bleibe, welcher Verein noch Geld in die Hand nehmen werde, um sich die Dienste der nun vereinslosen Top-Kämpferinnen zu sichern.

Die 1. Frauen-Bundesliga, Gruppe Nord, startet nunmehr im vierten Jahr hintereinander mit nur acht statt der vorgesehenen neun Vereine in die Saison. Die geplanten Reformen sind notwendiger denn je.

Quellehttp://www.ruhrnachrichten.de/lokales/witten/lokalsport/Olympisiegerin-Boenisch-ohne-Team;art936,1120152