DEM U17: Gold für Eberhardt und Dunkel - Der große Wurf

Autor: Anonymous User
Letzte Änderung: 30.12.2008

Download als PDF

Christin Eberhardt und Miriam Dunkel sitzen am Montagnachmittag etwas müde im Dojo am Kälberweg. Sie haben nicht viel geschlafen. Sie sind müde, aber zufrieden.

Die beiden U17-Judoka haben auch allen Grund zufrieden zu sein. Christin Eberhardt, die 14-Jährige Blaugurt-Trägerin aus Hohenlimburg, und Miriam Dunkel, die 15-jährige Braungurt-Trägerin aus Letmathe, sind am vergangenen Sonntag in ihren Gewichtsklassen Deutsche Meisterinnen geworden. Miriam Dunkel, seit 1999 beim Judo, in der Klasse bis 70 kg, Christin Eberhardt, seit 2001 beim Judo, in der Klasse bis 78 kg. Ein bisschen sei sie schon stolz, sagt Miriam Dunkel zunächst beischeiden, und schiebt dann nach: „Ich habe mich unheimlich gefreut.” Christin Eberhardt findet für ihre Goldmedaille zunächst nur ein Wort: „Unglaublich.” Da ist sie einer Meinung mit SUA-Trainer Karsten Flormann. „Bei Miriam haben wir auf diesen Titel hin trainiert”, erklärt Flormann. Bei Christin Eberhardt habe er nicht unbedingt Gold erwartet - eine Medaille aber schon. Beide SUA-Kämpferin setzten sich in ihrer Gewichstklasse letztlich souverän durch. Miriam Dunkel traf im Finale, ihrem fünften Kampf, auf Melina Wehmeyer vom 1. JC Mönchengladbach. Eine alte Bekannte, gegen die sie bisher immer gewann. So auch im Finale. Mit ihrer Spezialtechnik. Tai-Otoshi, einem Körperwurf. „Eigentlich wissen alle, dass das meine Lieblingstechnik ist, so dass ich sie gar nicht mehr so oft anwenden kann”, sagt die 15-Jährige. Christin Eberhardt besiegte im Finale, es war ihr vierter Kampf, Katharina Czogalla (JT Holten), ebenfalls eine Kämpferin aus dem nordrhein-westfälischen Verband. „Für Nordrhein-Westfalen war es ohnehin die beste DM überhaupt”, sagt Karsten Flormann. Nordrhein-Westfalen insgesamt, und Miriam Dunkel und Christin Eberhardt im besonderen. „An ihrem Erfolg hat auch Landestrainer Frank Urban seinen Anteil”, sagt Flormann. Besonders freut sich Karsten Flormann für die SU Annen. Es seien die ersten DM-Medaillen von Mädels der Sportunion, die in der Vergangeheit mehr von den Männern und Jungen geprägt gewesen sei. Einen Anteil kann sich auch Flormann an dem Edelmetall gutschreiben, brachte er als Jugendtrainer doch in den vergangenen drei Jahren immerhin drei deutsche Vize-Meister mit nach Annen. Doch jetzt - das war der große Wurf. Karsten Flormann hat allerdings keine Angst, dass die beiden Teens abheben werden. Dazu hätten sie allerdings auch gar keine Zeit. Die nächsten Aufgaben warten schon. Als Deutsche Meisterinnen sind sie nicht automatisch für die U17-Europameisterschaften qualifiziert. Auf weiteren Turnieren wollen aber sie ihre Ansprüche untermauern. In Bad Blankenburg zum Beispiel. Oder in Russland, wo Miriam Dunkel ein Trainingslager bestreiten wird. Oder bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin. Eine Kämpferin pro Gewichtsklasse darf zur EM in Litauen. „Die beiden machen es der Bundestrainerin nicht einfach”, sagt Flormann. Dunkel und Eberhardt stehen im Mittelpunkt. Karsten Flormann vergisst Alexandra Zwirner, Annens dritte DM-Teilnehmerin, aber nicht. In der Klasse bis 48 kg absolvierte sie sieben Kämpfe, dreimal ging es in die Verlängerung. „Sie hat toll gefightet”, sagt Flormann. Sie wurde Fünfte. Eine Medaille - so der Trainer - hätte auch sie verdient gehabt.