SUA holt den WM-Dritten der Junioren

Autor: Anonymous User
Letzte Änderung: 28.12.2004

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Erst 19, aber schon ganz stark: Von dem Niederländer Jeroen Mooren, dem Junioren-Europameister der 60-Kilo-Klasse, erwarten die Annener Judoka auch in der Saison 2005 reichlich Punkte für die Mannschaft. Foto: Hans-Dieter Thomas

Annen. Die Bundesliga-Judoka der Sport-Union Annen gehen ihren Weg unbeirrt weiter und setzen auf junge Kämpfer. Für die kommende Saison haben die Annener zwei 19-Jährige verpflichtet: Benjamin Behrla, den Dritten der Junioren-Weltmeisterschaft der 100-Kilo-Klasse, und Christophe Lambert.

Auch Lambert, der in der vergangenen Saison für den SUA-Rivalen Braunschweiger JC gekämpft hat, hat in Budapest reichlich WM-Luft geschnuppert - in der 73-Kilo-Klasse. "Wir planen mit ihm aber in der 81-Kilo-Klasse", sagt SUA-Geschäftsführer Matthias Kiehm. "Er wird wahrscheinlich sogar ein 90er." Jedenfalls unterlag Lambert bei der WM nach zwei Siegen dem Südkoreaner Jae-Bum Kim, der später Weltmeister wurde. In der Trostrunde erwischte es Lambert, der sein Einzel-Startrecht für den TuS Holle-Grasdorf hat, erneut. Er verlor gegen den Roman Mishura aus Russland, der dann Bronze holte, und konnte sich nicht platzieren.

Von Bronzemedaillen-Gewinner Behrla (Mugen Gronau), der in der 2. Bundesliga für den 1. JC Mönchengladbach gekämpft hat, versprechen sich Kiehm und Trainer Holk Silbersack einiges. Ziel sei, dass der Halbschwergewichtler kurz über lang in die Fußstapfen von Daniel Gürschner trete. Zumal Philip Helm, auch er ist 100-Kilo-Kämpfer, die SUA verlassen hat und in Köln in unteren Klassen Judo nur noch zum Spaß machen will. Verzichten müssen die Annener längere Zeit auf Leichtgewichtler Malte Klocke (73 kg), der 2005 für ein drei viertel Jahr nach Barcelona gehen wird.

Sind die Personalplanungen abgeschlossen? Kiehm lässt sich (noch) nicht viel entlocken, er bestätigt aber, dass die SUA-Judoka noch mit einem Kämpfer verhandelten. "Mit einem deutschen Top-Kämpfer aus Nordrhein-Westfalen", sagt er. Ganz sicher ins Bundesliga-Aufgebot rückt Stefan Oldenburg (16), der DM-Zweite der U-17-Titelkämpfe. Dabei soll es für den 73-Kilo-Kämpfer vor allem darum gehen, dabei zu sein. "Wir wollen und werden ihn auf keinen Fall verheizen", sagt Kiehm.

Ziel für die Saison 2005, die am 16. April mit einem Auswärtskampf gegen den Aachener Aufsteiger TSV Hertha Walheim beginnen wird, ist fast schon traditionell, das Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft zu erreichen, also einen der ersten vier Plätze in der Bundesliga-Staffel Nord zu belegen. Kiehm legt sogar einen drauf. "Minimalziel", sagt er. "Ob wir das dann auch erreichen, ist eine andere Frage." Dabei weist er darauf hin, dass niemand im Annener Judo-Lager die Situation falsch einschätze. Anders als bei vielen anderen Klubs "sind unsere Ausländer zu schwach, das sind gute Freunde", sagt er.

Ausnahme: Jeroen Mooren, der Junioren-Europameister aus den Niederlanden. Der 19-jährige Superleichtgewichtler (60 kg), für den Gewichtsprobleme ein Fremdwort sind, hat seine Klasse zuletzt im Viertelfinale gegen den Deutschen Meister TSV Abensberg (6:8) eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als er beide Kämpfe gewann. "Der kann mal", sagt Kiehm, "eine richtige Granate werden." Und so ein nicht-deutsches Trumpf-Ass erhält in der kommenden Saison noch mehr Stellenwert, da nur noch vier von 14 Kämpfen - und nicht wie bisher sechs - von ausländischen Judoka bestritten werden dürfen.

Text: Andree Hagel